„Wär doch schad drum“ startet

Das vom Team der Mödlinger Abfallwirtschaft initiierte Projekt gegen Lebensmittelverschwendung und Einwegplastikeinsatz startet jetzt auch in Breitenfurt.

In Österreich landen jährlich 157.000 Tonnen genießbarer Lebensmittel als Abfall in der Mülltonne. Jeder Österreicher produziert ca. 100 kg Plastikabfall pro Jahr. Diese Zahlen müssen Ansporn sein, mit verschiedensten Projekten gegenzusteuern und ein entsprechendes Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Im Rahmen der Aktion „Wär doch schad drum“ können Gäste übrig gebliebene Lebensmittel in umweltfreundlichen, kompostierbaren und sogar mikrowellenfesten Verpackungen mit nach Hause nehmen. Wirt und Gast können damit einen wichtigen Beitrag zum aktiven Umwelt- und Ressourcenschutz leisten.

Zusammen wird’s möglich

Die Gemeinde stellt allen interessierten Betrieben ein Starterpaket mit nachhaltigen Boxen und Behältern kostenlos zur Verfügung. Der Wirt übergibt dem Gast das neue Verpackungsmaterial am Tisch (übrig gebliebene Lebensmittel werden auf diese Weise mit nach Hause genommen) bzw. verpackt Gerichte zum Mitnehmen. Das neue Verpackungsmaterial kann anschließend umweltfreundlich entsorgt bzw. sogar wiederverwendet werden. In den nächsten Wochen werden die Behälter samt Infos an alle interessierten Gasthäuser und Restaurants in Breitenfurt verteilt. Wir hoffen natürlich, dass die Gäste mitmachen und uns idealerweise positive Rückmeldungen zukommen lassen. Wir würden uns wünschen, dass die Betriebe auf dieses Verpackungsmaterial dauerhaft umsteigen – damit wird der Einsatz von Plastik-Einweg-Verpackungen und der sehr energieintensiv hergestellten Alufolie vermieden und der hohe Anteil an Lebensmitteln im Restmüll sinkt.

Warum macht Plastik Probleme?

Wir verbrauchen zu viel Plastik und nutzen es oft als kurzlebiges Einwegprodukt

Bei der Entsorgung werden schädliche Treibhausgase freigesetzt

Plastik braucht bis zu 450 Jahre bis es zersetzt wird

Plastik enthält viele Schadstoffe (Weichmacher, Farb- und Flammschutzmittel)

Meist wird Plastik verbrannt, deponiert oder gelangt in die Natur (Meere, Mikroplastik)

In Österreich werden täglich 100 kg Plastik über die Donau abtransportiert

Zu geringe Recyclingquoten

Hoher Energie- und fossiler Rohstoffeinsatz bei der Erzeugung

Breitenfurt soll Teil der Lösung sein

Wenn wir die Aktion „Wär doch schad drum“ gemeinsam unterstützen, leisten wir einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und überflüssigen Plastikeinsatz, das ist doch eine gute Sache. Wir wissen, das wird nicht reichen, deshalb arbeiten wir bereits jetzt an weiteren Projekten und Lösungen, die wir unmittelbar und vor Ort bewerkstelligen können. Dabei geht es nicht um ein generelles Plastikverbot, denn in vielen Bereichen ist es nicht ersetzbar. Auf Einweggeschirr und -besteck, Trinkbecher, Strohhalme, Plastikspielzeug und -möbel, Plastiktextilien oder Verpackungsfolien können wir aber sicher verzichten und nach Alternativen suchen.

Doris Polgar

Umweltgemeinderätin